Wanderbericht zur 75. Jubiläumswanderung „Der besondere Frauenschuh“

Das Wetter hätte nicht schöner strahlen können bei der 75. Wanderveranstaltung der SG-Letter. Anlässlich des Jubiläums hatte sich Wanderleiter Josef Schefczyk etwas Besonderes einfallen lassen. Am Pfingstsamstag begaben sich 17 Wanderer auf den Weg ins Weserbergland. Das Ziel war der Burgberg bei Holzminden. Dort angekommen traf sich die Gruppe mit der Waldpädagogin Christine Helms von den Landesforsten für eine Führung auf den Burgberg.

Nach einer kurzen Vorstellung und Einführung ging es los. Die erfrischende Kühle des Waldklimas machte den ersten Anstieg erträglicher. Das Tempo war mäßig und den sommerlichen Temperaturen angepasst. Immer wieder gab es an verschiedenen Stellen des Weges kleine Pausen mit Erklärungen zur besonderen Geologie und Biologie des Burgbergs. Christine Helms erzählte an verschiedenen Stationen auch etwas über die Giftigkeit oder Essbarkeit von Wildpflanzen. In teils spannender und auch amüsanter Art erfuhren die Teilnehmer auch mit welchen Befruchtungstaktiken der Aronstab und der Frauenschuh arbeiteten.

Etwas abseits des Weges konnte dann auch die erste wilde Orchidee, das Knabenkraut, besichtigt werden. Dann erfolgte der Abstecher zur Orchideenwiese. An einem steilen Hang, der gut gesichert war, bot sich den Teilnehmern eine schier unglaubliche Anzahl an blühenden Frauenschuhen. Es handelt sich um das größte Vorkommen dieser seltenen und streng geschützten Orchideenart in Deutschland. Man konnte sich nicht sattsehen, was für ein Anblick! Nachdem die Speicher der Handys mit vielen Fotos gefüllt waren, traf sich die Gruppe, um Christine Helms mit einem Applaus zu verabschieden.

Von da ab leitete Josef wieder die Gruppe. Auf dem Kamm des Burgbergs wurde die alte optische Telegrafenstation besichtigt. Mit dieser wurde über ein Stellwerk ein Flügelsignal betätigt, das über weite Entfernungen Signale optisch übertrug. Auf diese Art erfolgte eine Kommunikation von Berlin bis nach Koblenz, erklärte Josef. Nach so vielen Erklärungen machte sich Hunger breit, Zeit für eine Pause. An einer Schutzhütte fand sich ein lauschiges Plätzchen, dort wurde der Rucksack ausgepackt und sich gestärkt. Die letzte Etappe führte an einem alten Steinbruch vorbei, der bildete eine schöne Kulisse für ein Gruppenfoto. So mancher machte sich hier auf die Suche nach einem Fossil im alten Gestein.

Der Rest des Weges verlief weitestgehend im kühlen Schatten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Nachdem die Rühler Schweiz durchfahren wurde, bildete eine Einkehr im Strandcafé Rühle, direkt am Weserufer, den Abschluss. Hier tauschten sich die Teilnehmer über die schönen Erlebnisse des Tages in dieser besonderen Landschaft aus. Nach gemeinsamer Verabschiedung erfolgte die Heimfahrt.

 

Bericht: Josef Schefczyk

Fotos: Karin Schallhorn, Josef Schefczyk

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